CUXT DU DIR MIT MIR MEINE HEIMAT AN? 

ZURÜCK AN DEN ANFANG

Den Begriff Heimkehrer verwendet der Volksmund für Kriegsgefangene, die nach dem Krieg in ihre Heimat zurückkehren. Ich war nicht im Krieg, nicht mit dem Leben und auch sonst nicht, ich kehre einfach nur in meine Heimat, an meine Geburtsstätte zurück. Also bin ich ein Heimkehrer, oder? Im Grunde bin ich sogar eine Spätheimkehrerin, denn es hat 55 Jahre gedauert, bis ich nach vielen Etappen quer durch Deutschland wieder an den Ort meiner Entstehung zurückgekehrt bin. Seit letztem April, mitten im Lockdown, bin ich eine offizielle Cuxhavenerin. Ich habe in vielen tollen Städten gelebt, habe die Bayern in München zu verstehen versucht, die Ostwestfalen zum Austausch gezwungen, die Kölschen Jecken in der Domstadt schätzen gelernt und den Niederrhein als meine zweite Heimat tituliert. Aber eben nur als die Zweite, denn das Gefühl von Heimat habe ich tatsächlich immer nur mit dem Norden verbunden, wenn das Land platt und der Himmel weit wurde. Es war Buxtehude, wo ich groß geworden bin, doch es ist Cuxhaven wo ich geboren bin, hier sind meine echten Wurzeln. Es ist ein Haus, dass mich beflügelt hat in der späten Mitte meines Lebens hier einen neuen Anfang zu wagen, fernab der großen internationalen Messeplätze auf denen mein berufliches Leben stattgefunden hat und stattdessen auf Watt und Wernerwald zu bauen. Jedoch bin ich eine vorbelastete Anfängerin in Sachen Cuxhaven und will die Stadt, die Menschen und die Region mit frischen, neuen Augen entdecken. „She wants to start afresh“, wie meine weltweiten Wegbegleiter es nennen würden. Ich möchte Sie einladen, mich auf dieser Entdeckungstour zu begleiten und frage Sie jetzt ganz unverblümt... Cuxt Du Dir mit mir meine Heimat an?

SKYSUITE 608

The sky is the limit. In diesem Fall stimmt das,  denn die Skysuite des Standhotel Duhnen liegt passend im obersten Geschoss des Hauses. Wir haben die Zeit genutzt und uns als „Hoteltester“ verdingt, die Pandemie schafft manchmal auch Freiräume, die man sonst nur schwer nutzen kann, weil sie eben immer belegt sind. Ganz ehrlich, dies wäre absolut ein Beruf, auf den ich noch einmal umsatteln wollte... 

21.05.2021

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DICKE BERTA

Nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt nördlich vom Cuxhavener Stadtteil Altenbruch der Leuchtturm die „Dicke Berta“, der als bekannte Sehenswürdigkeit natürlich persönlich angeschaut werden musste. Von ihm aus blickt man bereits auf die Elbmündung, kurz nachdem sie wenig weiter westlich in die Nordsee fließt. Das über 120 Jahre alte Altenbrucher Leuchtfeuer steht heute mit seiner stattlichen Höhe von 13 Metern in frisch restauriertem Zustand in strahlendem Weiß und Schwarz da und hebt sich attraktiv gegen den norddeutschen Himmel ab. Wie ich auf der Website des „Fördervereins Leuchtturm“ nachlesen konnte, kann man dort oben den Bund fürs Leben schließen, eine wahrlich schöne maritime Variante...

20.03.2021

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KÜSTENHEIDE

Als Hundebesitzerin bin ich immer auf der Suche nach schönen Gegenden für den Hundespaziergang. Und dabei geht es tatsächlich auch mal mehr um mich als um die Vierbeiner, haben die doch zumeist den Blick und vor allem die Nase auf die Grasnarbe gerichtet und ich bin diejenige die sich an der Natur mit den Augen erfreuen will. Irgendwann habe ich auf der Hundewiese an der Alten Liebe aufgeschnappt, dass man wunderbar in den Cuxhavener Küstenheiden laufen kann. Aha, nie gehört! Auch von meiner Mutter nie erwähnt, die fast ihr ganzes Leben in Cuxhaven lebte und über Jahrzehnte eine ganze Meute von Dackeln ihr Eigen nannte; ich vermute, sie hat diesen Anblick leider niemals zu Gesicht bekommen...

14. Januar 2021 
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KAFFEERÖSTEREI

Wir haben uns kennengelernt in einem anderen Leben im geschichtsträchtigen Remagen am Rhein, wo wir auch Lebensgeschichte ausgetauscht haben im Rahmen einer Fortbildung. Sieben Jahre haben wir an vielen Wochenenden in unseren Pausen bei Kaffee und Tee im Bahnhof Rolandseck auf den Fluss geblickt und uns doch nie erzählt, dass wir gebürtig beide aus der gleichen Kante kommen. Und dann in einem neuen Jahrzehnt entdecke ich gerade mit einer Freundin die Kaffeerösterei in der Schillerstraße und starre auf eine Frau, deren Gesicht ich genau kenne und doch nicht zuordnen kann, weil sie völlig aus dem bekannten Lebenskontext gerutscht ist... Momente später sickert ihr Name in mein Bewusstsein zurück und erinnere, das ist Claudia! Was machst Du denn hier? Und was machst Du hier? Ich betreibe hier eine Kaffeerösterei, das ist mein Café, na und ich, ich bin hier geboren und ich werde bald hier leben... 

31. Dezember 2020

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SCHLOSSGARTEN

Zu den vielen Dingen meiner Geburtsstadt, die ich bei den Besuchen bei meinen Eltern nie wirklich wahrgenommen habe, gehört auch das Schloss Ritzebüttel. Für mich war es vordergründig mit dem Schlosspark verbunden, da meine Mutter dort immer ihre Hunde ausgeführt hat. Sie hatte ihr Geschäft in der Nordersteinstraße und diese endet als Fußgängerzone direkt vis-à-vis vom Schloss und daher lag es strategisch günstig. Um ehrlich zu sein, habe ich den Blick nie wirklich gehoben auf dieses wunderschöne Backsteingebäude im Herzen der Stadt. Wenn wir irgendwohin in den Urlaub fahren, dann sind wir begierig alles zu erkunden und Sehenswürdigkeiten zu besuchen, um alle wichtigen Eindrücke als Schatz mit nach Hause zu nehmen. Mir fällt auf, dass diese Art eine Stadt und deren Gebäude zu betrachten ganz häufig nicht für die Heimatstadt gilt; alles ist selbstverständlich, schon immer da und folglich eher langweilig. Wie so häufig ist es die Bedeutung, die wir den Dingen geben, die einhergeht mit der Aufmerksamkeit und Wertschätzung die wir schenken...

17. Dezember 2020

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HAFENFARBEN

Cuxhaven hat einen sehr schönen alten Fischereihafen, von den Einheimischen auch kurz AFH genannt, der ganz in der Nähe zu meinem Haus liegt und durch den ich gerne mal kurz einen Abstecher mache. Dort stehen noch viele der ersten Backsteingebäude um das Hafenbecken herum, dessen heutige Struktur aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg erhalten geblieben sein soll. Ich liebe den Charme dieser alten Backsteinhallen, sie erzählen Geschichte in jeder Fuge und für mich kann kein Neubau mit diesen betagten Gemäuern konkurrieren. Ich laufe gerne am Kai entlang, schaue auf die noch immer dort liegenden Kutter, und empfinde, dass hier hat das Attribut maritim eine wirkliche Heimat hat.  Zumeist herrscht hier geschäftiges Treiben, natürlich nicht mehr geprägt durch den Arbeitsalltag des Fischfangs, sondern durch flanierende Touristen. Aber in den Zeiten von Corona und einem langanhaltenden Lockdown haben ein paar wenige Menschen und ich an diesem Tag den Kai rund um das Becken quasi für uns allein. Und das ermöglicht neue Blicke, die sonst verstellt bleiben...  

03. Dezember 2020

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BISTRO KAMP'S

Es gibt wahrlich eine große Anzahl an Gastronomiebetrieben in Cuxhaven und es ist leicht zu erraten warum. Laut der letzten für mich auffindbaren Statistik von 2019 haben rund 630.000 Menschen im Schnitt an vier Tagen in Cuxhaven übernachtet und damit auch irgendwie gegessen, zusätzlich zu den tausenden von Tagesgästen, die über das Jahr ebenso erpicht waren auf eine gute Verköstigung. Ich habe mir vorgenommen, mich über die Zeit durch alle diese Betriebe zu futtern und Sie daran teilhaben zu lassen. Dies kann natürlich nur eine Vorankündigung sein, denn aktuell sind wir ja auf unsere eigenen Kochkünste angewiesen. Ich bin nicht verzweifelt deswegen, aber ich sehne mich schon nach einem guten Essen mit Freunden in einem schönen Ambiente und dem Luxus, sich gebührend bedienen zu lassen...

19. November 2020

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WATTWANDERN

Wandern ist ein Wort, dass die meiste Zeit meines Lebens nicht zu meinem aktiven Wortschatz zählte, weil ich Wandern nicht leiden konnte. „Wandern ist eine Form weiten Gehens“, so die in Wikipedia nachzulesende Definition und genau da lag das Problem. Besonders unangenehm wurde es für mich, wenn zu dem Wandern noch ein Substantiv hinzukam, so wie etwa BERGwandern. Weit gehen und dann auch noch bergauf und -ab, meine norddeutsche Herkunft sollte mir da immer im Weg stehen. „Wir laden Dich ein zum Wandern im Schwarzwald“ war vor einigen Jahren ein Geschenk meiner besten Freunde, dass ich daher nicht ausschlagen wollte. Obwohl ich immer dachte, ich könnte niemals so alt werden, dass jemals eine Wanderreise in den Schwarzwald zu meinem Leben gehören könnte, fand ich es zwar durchaus anstrengend, aber zu meiner Verwunderung auch ebenso schön. Schon damals schwante mir, dass dem Wandern etwas Meditatives innewohnt und es nicht nur den Blick frei macht... 

05. November 2020 

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Gästebuch

Thomas
03.11.2022 13:05:40
Moin, ich wurde in Deichsende vor mehr als 60 Jahren geboren, durfte als Wesermünder „eigentlich“ nicht in Cuxhaven zur Schule gehen (eine „eigene“ Bushaltestelle musste erst organisiert werden…) und war trotzdem immer der vom Dorf und einer der jüngsten (Kurzschuljahre sei „Dank“)… nun bin ich seit drei Monaten richtiger Cuxhavener und genieße das Wasser, das Wetter, die Ruhe und viele Möglichkeiten, Cuxhaven richtig zu erleben. Ich freue mich drauf👍
Astrid Flis
19.07.2021 15:19:22
Moin von Küste zu Küste.
Ich glaube, es war das Jahr 1985..Jedenfalls war ich 19 oder 20 Jahre alt und hatte im Laden 42 auf der Friedrichstraße gearbeitet. Da werden Erinnerungen wach an ein "wildes und kreative Grüppchen".Es gab Tage,da legte Frank Riefke Schallplatten auf. Ulrike Riefke verbrachte ihre Semesterferien im Laden bzw.auf der Insel.
Jahrzehnte später finde ich hier eine Seite,die wunderschön ist.
Tolle Beiträge.
Katja Cordes
06.02.2021 18:34:10
wie klar - wie tiefsinnig - wie nah - wie weitsichtig - wie unverfälscht - wie schlicht- wie echt - so wie die Autorin selbst. Ich bin sehr dankbar, dass du heimgekehrt bist!