DICKE BERTA

Dick eingepackt zur „Dicken Berta“. Nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt nördlich vom Cuxhavener Stadtteil Altenbruch der Leuchtturm die „Dicke Berta“, der als bekannte Sehenswürdigkeit natürlich persönlich angeschaut werden musste. Von ihm aus blickt man bereits auf die Elbmündung, kurz nachdem sie wenig weiter westlich in die Nordsee fließt. Das über 120 Jahre alte Altenbrucher Leuchtfeuer steht heute mit seiner stattlichen Höhe von 13 Metern in frisch restauriertem Zustand in strahlendem Weiß und Schwarz da und hebt sich attraktiv gegen den norddeutschen Himmel ab. Wie ich auf der Website des „Fördervereins Leuchtturm“ nachlesen konnte, kann man dort oben den Bund fürs Leben schließen, eine wahrlich schöne maritime Variante.

Aber auch die Geschichte des 1897 errichteten Leuchtturms ist interessant, denn er wurde im Verbund mit anderen Leuchttürmen errichtet, um der zunehmenden Schifffahrt als Orientierung zu dienen. Einer davon hieß die „Schlanke Anna“, da vermute ich mal, dass Männer die Namen ausgewählt haben, oder? Besonders spannend finde ich den Umstand, dass man die Dicke Berta in den Jahren 1915 bis 1918 um einige Meter an einen anderen Standort am Deich verlegte, weil sich die Fahrrinne verändert hatte und sie somit nicht mehr am richtigen Platz stand. Wie dies bewerkstelligt wurde, ist nicht bekannt und würde sicherlich nicht nur mich brennend interessieren. Ein Gebäude scheint in der damaligen Zeit wahrlich noch mehr Wert gehabt zu haben; heutzutage wird einfach abgerissen und neu gebaut. Als große Liebhaberin alter Gebäude mit Geschichte berührt mich solches Engagement immer besonders, selbst wenn es damals vielleicht auch nur wirtschaftlichen Gründen geschuldet war. So kann man nur froh sein, dass der aus genietetem Stahl bestehende Turm aufgrund des Widerstandes der Altenbrucher Bürger Anfang der achtziger Jahre nicht verschrottet und 1983 sogar unter Denkmalschutz gestellt wurde. Hätte es in vorangegangenen Jahrzehnten mehr solcher engagierten Menschen gegeben, dann wären unsere Städte um viele Schönheiten reicher.

Wenn man heute oben auf dem Deich neben dem Leuchtturm steht, dann blickt man auf die vorgelagerten Wiesen, die alle eingezäunt sind, um ab dem Frühjahr dort grasende Schafe im Gebiet zu halten. Meine Tochter und ich hatten das Glück vor dem 1. April unseren Besuch zu machen, denn bis in den November hinein ist es jetzt nicht mehr erlaubt, mit Hunden das Schafzuchtgebiet zu betreten. So konnten wir alle vier bis zum Elbufer laufen und die Hunde haben es geliebt, dort herumzutollen und über die vielen kleinen Entwässerungsgräben zu springen. Es war einer dieser eiskalten Wintertage, mit einem stahlblauen Himmel und strahlender Sonne, ein herrliches Naturerlebnis und ein Geschenk, für das wir sehr dankbar waren. Einen heißen Kakao mit Sahne haben wir dann zuhause getrunken, werden das aber bei unserem nächsten Ausflug hoffentlich wieder in der Gastronomie vor Ort tun können. 

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